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Mythen Rituale Tattoos - Fußballer und ihre Merkwürdigkeiten
30.05.2007 |
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Im Jahre 2006 haben sich die Herren Kuß, Kluttig und Stoll daran begeben, herauszufinden, ob am Mythos „Der Gefoulte sollte niemals selber schießen“ etwas Wahres dran ist. Nun, nach eingehender Studie und Forschungsarbeit sind die drei Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass der Umstand, ob nun der Gefoulte den Strafstoss selbst ausführt oder ein Mannschaftskollege, keinerlei Einfluss auf den Torerfolg hat. Die Quote der verwandelten Strafstösse durch den Gefoulten selbst, lag lediglich zwei Prozent unter der der nicht zuvor gefoulten Elfmeterschützen. Nichtsdestotrotz hält es keinen Fußballkommentator davon ab, immer wieder darauf hinzuweisen, dass der Gefoulte nicht selbst schießen soll. Wie oben aber schon erwähnt, handelt es sich bei diesem Phänomen um einen Mythos und dabei wird es nach eingehenden Untersuchungen auch bleiben.
Der Fußballer an sich unterliegt ohnehin sehr vielen Aberglauben, Ritualen, Spleens usw. Angefangen bei der Tatsache, dass sich viele Kicker zuerst den rechten, anschließend den linken Schuh anziehen oder umgekehrt, über das Anziehen bestimmter T-Shirts unter ihrem Fußballtrikot oder aber auch das Tragen einer einzigen bestimmten Unterhose bei Fußballspielen. Man hat auch schon von Fußballprofis gehört, deren Tick es ist, erst gar keine Unterwäsche anzuziehen bei der körperlichen Betätigung Fußball. Das haben Fernsehzuschauer vor Jahren leidvoll, manch Eine(r)vielleicht auch weniger leidvoll erfahren müssen, als die Phallusse der Herren Ivanauskas (damals Hamburger SV) oder auch Jancker (damals FC Bayern) auf den Bildschirmen – zugegebenermaßen unfreiwillig – zum Vorschein kamen. Als wäre das noch nicht der Riten genug, stecken sich manche Ballkünstler Geldstücke in die Schuhe oder hinter die Schienbeinschoner. Die Reihe solcher Verhaltensmuster bei Fußballern könnte man an dieser Stelle beliebig fortsetzen.
Seit dem 33. Spieltag der erst kürzlich abgelaufenen Bundesliga-Saison 2006/2007 ist Fußballdeutschland um einen weiteren Fall der Fußballriten und –aberglauben reicher. Man mag darüber denken, wie man will, jedoch hat für mich der Mainzer (fast) Namensvetter des weltberühmten Zinedine Zidane, den Vogel in dieser Hinsicht – ob nun negativ oder positiv – abgeschossen. Der junge Ägypter Mohamed Zidan, dem eine besondere Beziehung zum Mainzer Trainer Jürgen Klopp nachgesagt wird, hat sich vor besagtem 33. Spieltag auf beide Unterarme den Schriftzug „MAINZ“ tätowieren lassen. Man muss dazu sagen, dass das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach von den Mainzern unbedingt gewonnen werden musste, um noch einen Hauch von Chance auf den Klassenverbleib zu haben. Anscheinend hat Zidan’s Aberglaube dazu beigetragen, dass dieses Spiel mit 3-0 gewonnen werden konnte, noch dazu hat er selbst einen Strafstoss verwandelt, vor dem allerdings ein Mannschaftskollege namens Soto zu Fall gebracht wurde. Aber das tut ja nichts mehr zur Sache…
Wie wir nun alle wissen, ist der FSV Mainz 05 mittlerweile trotz alledem in die 2. Fußball-Bundesliga abgestiegen, weil erstens die Konkurrenz nicht mitgespielt hat und zweitens der kleine Dribbelkünstler am letzten Spieltag gegen die Bayern aufgrund einer im Spiel gegen Mönchengladbach erlittenen Verletzung nicht mitwirken konnte… hat er sich etwa verletzt, weil er vor dem Spiel beim Tätowierer war? Diese Frage wird wohl für immer unbeantwortet bleiben…
Nebenbei bemerkt handelt es sich bei Mohamed Zidan um jenen Spieler, der vor jedem Spiel die Torpfosten mit Gebeten beschwört, damit sie im späteren Spielverlauf ihre Pforten bloß weit genug öffnen, um die von ihm abgefeuerten Schüsse durchzulassen…
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